Schätzesel: Warum Langohren auf ihr Gewicht achten müssen
Auf ihr Gewicht achten die Esel und Mulis natürlich gar nicht. Wenn es nach denen ginge, würden sie den ganzen Tag das frische grüne Gras der Wiesen und zwischendurch ein paar Stöckchen knabbern. Das wäre genau so, als würden wir Menschen uns immerfort mit Sachertorte, Frankfurter Kranz und Donauwelle durch die Konditorei futtern.
Um das Gewicht eines Esels ins Bewusstsein zu rücken, gibt es das auf den Esel- und Mulitreffen beliebte Preisrätsel Schätzesel.
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Schätzesel-Star 2026 in Paaren: Felix
Der Wallach der Eselfreunde im Havelland wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf einer bequemen Tierwaage gewogen. Dann dürfen alle Besucherinnen und Teilnehmer schätzen, wie schwer Felix ist. 200 Personen haben einen Teilnahmeschein ausgefüllt. Damit haben sie sich auch gleich die Chance auf einen Gewinn gesichert.
Wie schwer es tatsächlich ist, das Gewicht eines Esels zu schätzen, zeigt allein die Bandbreite der eingereichten Kilos. Die rangieren nämlich von leichten 80 kg bis zu ultraschweren 410 kg. Tatsächlich wiegt Felix 132 kg.
Dieses Jahr tippen gleich drei Personen genau richtig. Sie gewinnen eine gesunde Leckerei für Esel (getreidefreies Müsli), IGEM-Merch und eine Gewinnerschleife. Endlich dürfen sich auch Mal die Menschen die schicken Schleifen anstecken.
Das Schätzeselrätsel verdeutlicht, wie schwer es ist, das Gewicht eines Esels korrekt einzuordnen. Hinzu kommt, dass Esel ganz unterschiedliche Körperbau-Typen aufweisen, sodass sie selbst bei gleicher Widerristhöhe unterschiedlich schwer sein können.
Besser wiegen, statt schätzen!
Nicht nur für Wurmkuren oder wenn das geliebte Langohr Medikamente einnehmen soll, ist es ganz wichtig, das Gewicht des Tieres zu kennen. Das Gewicht sollte sein Kurzohr auch kennen, um die Futterration zu berechnen oder das Zugleistungsvermögen abschätzen zu können. Und nicht zuletzt sind die tatsächlichen Kilos für die Überprüfung des erlaubten Gewichts für den Tiertransport zur nächsten Wanderung relevant.
Bloß wo gib es eine geeignete Waage? Na, zum Beispiel auf dem jährlichen Esel- und Mulitreffen! Manchmal organisieren aber auch Regionalgruppen zwischendurch eine Wiegegelegenheit. Eine große teure Tierwaage gehört schließlich nicht zur Standardausrüstung aller Eselhalter.
Beim Esel- und Mulitreffen werden die Tiere übrigens unter fachkundiger Aufsicht gewogen. Da diese Prozedur für einige Langohren neu oder zumindest ungewohnt ist, kann sie bei den Equiden auf entsprechende Skepsis stoßen. Deshalb stehen zum Wiegen einige Helfer bereit.
Stockmaß
Wer keine Waage hat, kann das Gewicht des Esels zwischendurch auch errechnen. Dafür braucht es ein paar Maße, nämlich Stockmaß/Widerristhöhe, Fußlänge bis zum Ellbogen, Brustumfang und Körperlänge.
Doch auch ein speziell angefertigtes Stockmaß hat nicht jeder. An der Wiegestelle stehen deshalb zwei Exemplare zum Messen bereit. Der senkrechte Stab hat einen waagerechten Anlegearm, der sich vertikal auf die Widerristhöhe des Esels verschieben lässt. Manche haben eine Wasserwaage integriert, um schräge Messungen zu verhindern. Der Esel sollte mit allen vier Beinen senkrecht zum Boden stehen, das Gewicht gleichmäßig auf alle Hufe verteilt haben und den Kopf normal halten.
Allerdings ist auch das Stockmaß etwas, das mancher Esel noch nicht kennt. Nicht alle Kandidaten tolerieren das seltsame Instrument sofort, sondern umtänzeln es immer wieder. So ist auch hier einfach Geduld angesagt.
Schätzesel Challenge complete!
Also, wer hätte gedacht, dass das Eselgewicht so knifflig sein kann?
Felix bringt 132 Kilo auf die Waage – und zeigt beim Schätzesel eindrucksvoll, schwer es ist, nur nach dem äußeren Erscheinungsbild zu schätzen. Wer bei seinem Langohr nur nach Augenmaß geht, kann also ordentlich danebenliegen. Dabei ist das tatsächliche Gewicht wichtig: für Medikamente und Wurmkuren ebenso wie für Futterration, Zugleistung oder Tiertransport.
Deshalb gilt: Besser wiegen als schätzen. Und wenn gerade keine Tierwaage in Reichweite ist, helfen die richtigen Körpermaße zumindest bei der Berechnung weiter. Waage, Stockmaß & Co. können für den Esel allerdings erst einmal ziemlich verdächtig aussehen. Dann braucht es vor allem eines: Geduld. Schließlich soll ein echtes Langohr nicht nur auf sein Gewicht achten – sondern will manchmal auch erst davon überzeugt werden, sich überhaupt wiegen zu lassen.
Fotos vom Schätzesel, Wiegen und Messen
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©Stella Reuber