6000 Jahre Geschichte der Esel
Vor 6000 bis 8000 Jahren (über das genaue Datum streiten sich die Gelehrten noch) wird im vorderasiatischen-nordafrikanischen Raum der Esel zum Haustier und damit noch vor dem Pferd!
In diesem Beitrag
Die ersten Hausesel in Europa
Als genügsames und ausdauerndes Last-, Zug- und Reittier verbreitet er sich schnell. Ungefähr im 3. Jahrtausend v. Chr. dürften die ersten Hausesel Europa erreicht haben. Darauf deuten Funde aus Südgriechenland hin.
Gemeinsam mit den Phöniziern sorgen die Griechen als Händler und Kolonisten für die Verbreitung der Esel in den nördlichen Mittelmeerländern (ca. 1000 v. Chr. im Rhônedelta, ca. 500 v. Chr. auf der Iberischen Halbinsel und auf der Apenninen-Halbinsel). Von dort verbreiten sie sich auch nach Norden. Welche Völker dazu beitragen, ist umstritten. Belegt ist aber, dass die Römer den Esel intensiv und vielseitig nutzen und zumindest in ihren Provinzen für seine Verbreitung sorgen.
Die Hoch-Zeit der Esel: das Mittelalter
Die Eselnutzung dürfte in unseren Breiten im Mittelalter ihren Höhepunkt erreicht haben. Vor allem das Müllerwesen und das Mönchtum sind ohne Esel nicht vorstellbar.
Und im Mittelalter entstehen die ersten europäischen Eselrassen, etwa der berühmte Poitou-Esel. Dabei handelt es sich aber fast ausnahmslos um südeuropäische Großeselrassen.
Das Gros der Esel dürfte nicht gezielt gezüchtet worden sein. Jedoch werden bis in die Zeit vor den Weltkriegen in deutschen Pferdegestüten Esel gehalten. Das Hauptanliegen dafür dürfte bis dahin die Zucht von Maultieren sein. Schließlich haben die auch schon bei den Römern eine große Bedeutung.
Der Einfluss des Klimas auf das Gedeihen der Esel
Unser feucht-kaltes Klima erschwert im Gegensatz zur trocken-warmen Ur-Heimat der Esel ihre Haltung und Zucht bei uns.
Dieses Problem erkennt schon Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.). In seinen biologischen Schriften befasst er sich mit dem Einfluss des Klimas auf das Gedeihen der Esel. Er stellte fest, dass sie in vielen Gegenden klein sind und bei den Skythen und Kelten „nicht fortkommen, weil diese Länder zu rau und kalt sind“.
Die Aufgaben der Esel heute
Berücksichtigt man diese Besonderheiten bei der Haltung, so hat man mit dem Esel ein arbeitswilliges Haustier mit starkem Menschenbezug. Aber ohne Aufgaben ist es unglücklich.
Seine Aufgaben haben sich gewandelt. So muss zum Glück kein Esel mehr den ganzen Tag mit verbundenen Augen im Kreis laufen und eine Mühle antreiben.
Aber an der Kutsche, in der Therapie mit Behinderten, als Gepäckträger bei Wanderungen oder einfach nur als Begleiter auf ausgedehnten Spaziergängen findet er eine befriedigende Aufgabe. Das dankt er uns durch Sanftmut, Zuverlässigkeit und Gelassenheit.
©Martina Garg






