Du willst Esel halten? Dann ist es wichtig, dass Du Dich vorher mit den Empfehlungen zur Haltung von Eseln beschäftigst. Die gibt der Landesbeauftragte für den Tierschutz des Landes Niedersachsen heraus.
Für alle Eselhalter sind diese Empfehlungen außerdem ein wichtiges Nachschlagewerk.
Checkliste für künftige Eselhalter
Bevor Du Dein Leben mit Langohren teilst, solltest Du Dich gründlich informieren. Um Dir das zu erleichtern, stellt Dir die IGEM eine Checkliste für künftige Eselhalter zur Verfügung.
Empfehlungen zur Haltung von Eseln
Esel sind eigenständige, an trockene Lebensräume angepasste Tiere mit besonderen Bedürfnissen. Die Empfehlungen zur Haltung von Eseln geben einen umfassenden Leitfaden für eine tierschutzgerechte Haltung.
Mitwirkung von IGEM, Noteselhilfe und DZE bei Haltungsempfehlungen
Die Interessengemeinschaft der Esel- und Mulifreunde (IGEM), die Noteselhilfe und der Deutsche Zuchtverband für Esel (DZE) haben an den Empfehlungen zum Esel halten mitgearbeitet.
Herausgekommen ist eine hervorragende, umfassende und unverzichtbare Zusammenfassung zur artgerechten Haltung von Eseln. Wir finden, sie sind ein absolutes Muss für alle verantwortungsbewussten Eselhalter/-innen. Deshalb sind sie verpflichtender Bestandteil unserer IGEM - Vereinssatzung!
Rechtliche Grundlagen und Sachkunde
Wer Esel hält, ist nach dem Tierschutzgesetz verpflichtet, sie angemessen zu ernähren, zu pflegen und verhaltensgerecht unterzubringen. Sachkunde ist Voraussetzung – insbesondere bei gewerblicher Haltung, Zucht oder Nutzung. Es gelten Registrierungs-, Kennzeichnungs- (Transponder) und Passpflicht für alle Equiden.
Sozialverhalten: Esel brauchen Esel
Esel sind soziale Tiere und grundsätzlich in Gruppen zu halten. Einzelhaltung ist nicht artgerecht. Fohlen benötigen den Kontakt zu Mutter und Artgenossen für eine gesunde Entwicklung. Hengste stellen besondere Anforderungen an Haltung und Management.
Fütterung: Weniger ist mehr
Das Verdauungssystem des Esels ist auf karge, rohfaserreiche Nahrung ausgelegt. In Deutschland leiden viele Esel eher an Über- als an Untergewicht. Empfohlen werden energiearmes Heu, viel Stroh und strukturreiche, magere Weiden. Übergewicht erhöht das Risiko für Hufrehe und Stoffwechselstörungen erheblich.
Wasser und Unterbringung
Frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein.
Esel benötigen ganzjährig Zugang zu einem trockenen, zugfreien Witterungsschutz oder Stall. Ihr Fell bietet nur begrenzten Schutz vor Nässe und Kälte – besonders Fohlen sind empfindlich. Reine Stallhaltung ohne Auslauf ist ebenso tierschutzwidrig wie Weidehaltung ohne Unterstand.
Hufe: Zentrale Gesundheitsfrage
Aufgrund des feuchten Klimas in Mitteleuropa ist regelmäßige Hufpflege (alle 6–8 Wochen) unerlässlich. Zu den häufigsten Problemen zählen Strahlfäule, Erkrankungen der weißen Linie und Hufrehe.
Gesundheitsvorsorge
Esel zeigen Schmerzen oft weniger deutlich als Pferde. Regelmäßige Kontrolle, Parasitenmanagement, Impfungen (mindestens Tetanus) sowie jährliche Zahnkontrollen sind wichtig. Eine verminderte Futteraufnahme ist immer ein Alarmsignal.
Nutzung mit Verantwortung
Ob als Freizeitpartner, Zugtier, Packesel oder in tiergestützter Arbeit – jede Nutzung setzt Geduld, Fachwissen und eine vertrauensvolle Mensch-Tier-Beziehung voraus.
Die maximale Traglast beträgt etwa 25 Prozent des Körpergewichts (bei großen Tieren deutlich weniger). Tiere mit gesundheitlichen Einschränkungen dürfen nicht belastet werden.
Herdenschutz? Nein.
Esel sind für den Herdenschutz, etwa bei Schafen, nicht geeignet. Ihre Haltungsansprüche widersprechen den Anforderungen typischer Weidetierhaltung.
Esel-Haltungsempfehlungen
Lade Dir hier die Empfehlungen zur Haltung von Eseln herunter.
Checkliste für künftige Eselhalter
Lade Dir hier die Checkliste für künftige Eselhalter herunter.