Jugendcamp 2012

vom 16. bis 20. Mai 2012 in Gütersloh

Luisa Storz berichtet

Wie schon vor drei Jahren fand das Eseljugendcamp 2012 wieder auf der Eselranch der Familie Stickling in Gütersloh statt. 26 eselbegeisterte Kinder und Jugendliche, zwischen 3 und 15 Jahren, meldeten sich an und freuten sich schon auf eine tolle Woche mit Spiel, Spaß und natürlich ganz viel Esel.

JuCa-276Dienstag

Für uns, den Jugendvorstand ging es wieder einen Tag früher los, da der Großteil des Einkaufes in Bruchsal eingekauft wurde und es auch sonst noch einiges Vorzubereiten gab. Nach einem kurzen Stopp bei IKEA, um Bastelutensilien zu kaufen, ging es dann weiter in Richtung Gütersloh. Nach ca. vier Stunden kamen wir dann bei Bruno und Elisabeth Stickling an. Mit dem Verkehr hatten wir dieses Mal Glück, denn auf unserer Spur gab es nicht einen einzigen Stau. Nach der herzlichen Begrüßung ging es dann ans Auspacken der Einkäufe und das war -dem Kofferraum nach- nicht gerade wenig, denn dort hätte wahrscheinlich nicht einmal mehr ein Schlafsack reingepasst. Am selben Abend wurde ein Teil des großen Zeltes noch mit Stroh eingestreut, da wir vorhatten,...

...die Nacht dort zu verbringen. Daraus wurde jedoch nichts, da wir mitten in der Nacht merkten, dass es ins Zelt reinregnet und unsere Sachen teilweise schon ziemlich durchweicht waren. So verfrachteten wir uns in einer nächtlichen Aktion in den Gemeinschaftsraum von der Ranch um dort in Ruhe weiterzuschlafen.

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JuCa-091Mittwoch

Gleich am nächsten Morgen bauten wir noch die Tische mit Essen auf und verteilten das restliche Stroh im Zelt. Über das Zelt kamen mehrere Planen, damit es nicht mehr reinregnet. Als wir mit allem fertig waren, kamen so langsam auch schon die ersten Teilnehmer und Betreuer. Als alle eingetroffen waren, gab es erst mal ein paar Kennenlernspiele und dann eine Führung auf der Ranch um den Kindern das große Gelände ein wenig vertrauter zu machen. Dann ging es –zur Freude vieler Kinder- gleich zu den Eseln um sie zu putzen und zu knuddeln. Davor hatte jeder eine Tasche mit seinem eigenen Putzzeug bekommen, was einen Hufauskratzer, eine Bürste und einen Igel beinhaltete. Das Holen der Tiere von der Weide verlief nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt hatten, denn manchen Eseln waren so viele Kinder auf einmal wohl nicht geheuer und sie versuchten vorerst zu entkommen. Als sich dann einige Esel einfangen ließen, begannen alle eifrig zu putzen und einen ersten Kontakt zu den Tieren herzustellen. Die Esel ließen sich nun geduldig putzen und freuten sich über die Aufmerksamkeit, die sie bekamen. Danach gab es leckere Salate, über die sich alle Kinder hungrig hermachten. Als alle satt waren versammelten sich noch ein paar auf der Wiese und bauten mit Strohbändern ein Völkerballfeld auf, auf dem wir gleich viele Runden Völkerball spielten. Erschöpft vom ersten Tag fielen die ersten schon früh in ihre Schlafsäcke. Der JuVo und die weiteren sieben Betreuer planten noch den nächsten Tag und durften dann auch schlafen gehen.

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JuCa-150Donnerstag

Um halb sechs waren schon die ersten Kinder wach und spielten Fußball. Die restlichen Kinder standen nach und nach alle auf. Zum Frühstück gab es Nutellabrote mit und ohne Butter, Marmeladebrote, Kakao, Müsli,… Manche Kinder duschten noch und putzten sich die Zähne, dann durfte eine Hälfte der Kinder die Esel putzen und die andere Hälfte die Ställe ausmisten. Dann wurden die Kinder in drei Gruppen eingeteilt: Zwerg- Haus- und Großesel. Eine Gruppe durfte gleich mit Joslyn und mir die Esel holen und putzen. Danach wurde zuerst ohne und dann mit Eseln das Führen geübt. Nachdem die Grundkentnisse vermittelt waren, wurden die Tiere um Paletten geführt und auch getrabt. Eine andere Gruppe durfte mit Kitty und Andrea basteln und mit Ton kleine Figuren formen, die später angemalt werden konnten und zur Zierde auf Bilderrahmen geklebt wurden. Und die letzte Gruppe hatte bei Katrin Theorie. Dort lernte man, wie man die Esel putzt, wie die Hufe aufgebaut sind und viele weitere interessante Sachen. Nach 45 Minuten wurde dann immer in einer Pause von 15 Minuten gewechselt, sodass jeder Teilnehmer an diesem Vormittag einmal an jeder Station war. Um 12 Uhr gab es zum Mittagessen die leckeren Reibekuchen von Elisabeth und Annegret mit Apfelmus und zu Nachtisch Joghurt. Danach gab es eineinhalb Stunden Zeit zur freien Verfügung, wo die Kinder wieder Völkerball spielten aber auch zu den Eseln gingen um sie zu knuddeln und mit ihrem neuen Putzzeug zu verwöhnen. In dieser Zeit kam auch das einjährige Eselfohlen Lisa auf die Ranch, das von allen gleich betuddelt wurde. Manche Kinder kamen gar nicht mehr weg von Lisa, doch um halb zwei ging es auch schon weiter und die anderen Esel wurden wieder von der Weide geholt, geputzt und auf einen Spaziergang vorbereitet. Jeder Esel bekam zwei Führstricke, sodass immer zwei Teilnehmer einen Esel führen konnten. Während der Wanderung kamen wir an einer Herde Bisons vorbei, wo die Esel zum Erstaunen aller seelenruhig vorbeiliefen. Sonst lief die Wanderung auch ziemlich entspannt, sodass es kaum zu Zwischenfällen kam. Einzige Ausnahme war die dreijährige Sissi, für die der ganze Trubel noch etwas ungewohnt war. Sie zog ihre Führer durch die anderen Esel durch, sodass kurzerhand die Betreuer eingriffen und versuchten Sissi zu bändigen. Wieder zuhause angekommen gab es erstmal wieder eine Stärkung mit Obst- und Gemüsesticks. Danach hatten die Kinder wieder Zeit zu spielen und zu basteln. Man konnte aus Fimo eigene Eselketten basteln oder andere Sachen aus Ton herstellen. Das machte allen sehr viel Spaß, sodass sie sehr viel Zeit damit verbrachten. Anschließend gab es belegte Brote und Salat und am Abend wurden draußen viele Spiele gespielt. Schon nach dem ersten Tag waren viele sehr begeistert von dem Camp und freuten sich schon auf den nächsten Tag, doch viele waren schon so müde, dass sie schon nach den Spielen ins Bett fielen. Die Betreuer, Katrin, Felicitas und Natalie bereiteten noch die Aufgaben für die Eselrally am nächsten Tag vor.

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Freitag

Am Freitagmorgen waren wieder manche Kinder sehr früh auf den Beinen, sodass man sie  schon um 6 Uhr vor dem Zelt Fußball spielen hörte. Dadurch wurden auch die restlichen Schläfer wach und wir konnten auch gleich nach dem Frühstück wieder mit der Gruppenarbeit anfangen. Diesmal durfte eine andere Gruppe mit den Eseln anfangen, aber es wurde ja sowieso wie am Vortag alle 45 Minuten getauscht. Zum Mittagessen wurden wir heute von Annegret und Andrea mit leckeren Spaghetti mit Tomatensauce bekocht und zum Nachtisch gab es Eis. Nach der Mittagspause ging es weiter mit einer Eselralley. Die Kinder wurden in 5 Gruppen eingeteilt und in Zeitabständen von fünf Minuten mit je zwei Betreuern und einem Fragebogen losgeschickt. Die Ralley beinhaltete mehrere Aufgaben u.a. mit einem Tennisball zwischen den Beinen eine bestimmte Strecke entlang hüpfen oder Fragen beantworten, die man morgens in der Theorie erarbeitet hatte. Über die gesamte Strecke mussten Naturmaterialien gesammelt werden, jedoch wusste man am Anfang noch nicht, wozu man diese brauchte. Auf der Ranch angekommen musste man den Fragebogen abgeben und aus den gesammelten Materialien einen Esel legen. Die Esel wurden aus allem möglichen gelegt: Blätter, Blumen, Tannenzapfen oder sogar Eseläpfel. Die Naturtiere wurden alle sehr schön. Nach einer kleinen Pause ging es schon weiter mit einem Hindernisparcours. Heiko hatte viele Materialien für die Hindernisse mitgebracht. Zuerst wurde der Parcours gemeinsam aufgebaut und dann für den kleinen Wettbewerb am nächsten Tag geübt. Jeder hatte zu zweit oder zu dritt einen Esel, mit dem er versuchte, die Aufgaben zu meistern. Außer ein paar kleinen Ausnahmen, bei denen die Esel nicht wollten, lief die ganze Aktion ohne Probleme. Nach dem Abendessen verabschiedeten wir die Betreuerinnen Johanna und Annegret, die leider schon heute abreisen mussten. Zum krönenden Abschluss des Tages wurde abends noch eine Tierwanderung unternommen, wir wollten versuchen, die wildlebenden Tiere im Wald zu beobachten. Noch bei Tageslicht liefen wir los und schon bald wurde es dunkel. Etwa bei der Hälfte der Wanderung setzten wir uns alle auf den Boden und versuchten für einige Minuten ganz, ganz leise zu sein um die Tiere und Vögel im Wald zu hören. Doch da die Tiere in dieser Nacht nicht so aktiv waren oder wir zu laut, hörten wir nur ein paar Vögel und machten wir uns auf dem Rückweg. Kurz vor der Ankunft konnten wir dann doch noch einige wilde Frösche sehen, die kurz vor der Ranch unseren weg überquerten. Auf der Ranch wurden wir schon von Andrea mit Tee, warmem Kakao und Marmeladenbroten erwartet wurden. Erschöpft vom zweiten Tag und der schönen Nachtwanderung fielen alle gleich in ihre Schlafsäcke.

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Samstag

Am nächsten Tag, der sogleich auch der letzte Tag war, ging nach dem Frühstück wieder mit Esel misten weiter. Die eine Gruppe durfte die Esel von der Weide holen, was eindeutig besser klappte als am ersten Tag, und die andere Hälfte durfte den Stall ausmisten. Anschließend ging es nicht mit der Gruppenarbeit weiter, sondern für heute war ein Hindernisparcours geplant, bei dem jeder zeigen konnte was er in den zwei Tagen gelernt hatte. Da der Parcours am Tag davor schon geübt wurde, war er allen bekannt und so gab es mit den Eseln auch keine Probleme. In  Fünfer Gruppen und je einem Esel wurde der Parcours durchgegangen, es gab fünf Hindernisse zu bewältigen, nach jedem Hindernis wurde der Esel an den nächsten der Gruppe weitergegeben. Diesen Mittag gab es belegte Brote, da abends nach unserer großen Wanderung, gegrillt werden sollte. Nach dem Mittagessen und einer kurzen Pause ging es auch schon hoch auf dem Esel bzw. dem  Muli los, zwei Kutschen wurden angespannt und manche Esel und ein Muli wurde geführt. Da die Nachfrage nach dem reiten sowieso in den letzten Tagen gestiegen ist, kam extra Margit mit ihren zwei Mulis für einen Tag angereist, zur großen Freude aller Kinder. Über die Straße und schon ging alles ganz flott, und da in Gütersloh sowieso alles eben ist, ging es mit Bruno an der Spitze zügig voran. Wir fuhren an vielen kleinen Höfen vorbei, immer wieder wurde gewechselt, sodass jedes Kind mal reiten, mal auf der Kutsche mitfahren und mal einen Esel führen durfte. Bei einer großen Wiese machten wir Rast. Es gab Apfelstücke (die in diesem Eseljugendcamp sowieso sehr gefragt waren), Trinken und für jeden einen Muffin. Die restlichen Apfelstücke bekamen die Esel, die ohnehin schon eine ganze Wiese Gras hatten und von den freundlichen Anwohnern extra eine große Wanne mit frischem Wasser gebracht bekamen. Nachdem alle gestärkt waren packten wir alles zusammen und machten uns und die Esel wieder startklar. Während wir liefen, wechselten wir noch öfters die Tiere, sodass jeder  noch einmal reiten und Kutsche fahren durfte. Als endlich das Windrad in Sichtweite war, wussten wir, dass es nicht mehr weit ist und schon waren wir wieder auf der Ranch angekommen. Jetzt wurden die Esel ausgespannt, abgesattelt und versorgt und zum Schluss noch kurz ein Gruppenfoto gemacht. Nachdem die Esel alle wieder wohlbehütet in ihrem Stall angelangt sind, ging es wieder in den Gruppenraum zum Basteln. Viele Kinder nutzten das herrliche Wetter um draußen zu spielen. In der Zeit warf Bruno schon mal den Grill an. Vor ein paar Tagen haben wir die Kinder gefragt, was sie essen wollen und jetzt lagen viele Würste, Steaks, Gemüseburger oder Grillkäse auf dem Grill. Zu dem Gegrillten gab es noch Brötchen und verschiedene Salate. Alle ließen es sich kräftig schmecken und erholten sich von dem langen Tag. Es wurde noch ein wenig gespielt und dann fielen einige auch schon in ihre Schlafsäcke. Manche blieben noch eine Weile draußen, gingen jedoch dann auch ins Zelt. So ging der letzte Tag zu ende.

In der Nacht regnete es wie aus Gießkannen, doch zum Glück hatten wir die Plane vom ersten Tag noch auf dem Zelt, die wir bis jetzt nicht gebraucht hatten. So konnte alle die letzte Nacht im Stroh genießen ohne nass zu werden.

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JuCa-399Sonntag

Heute war der letzte Tag des Camps und die Kinder wurden zwischen 11 und 12 Uhr abgeholt. Davor musste natürlich noch alles aufgeräumt werden und alle packten kräftig mit an. Nach dem Frühstück ging es los und alle sollten erst ihr Zeug im Zelt einpacken und es dann draußen auf eine große Plane stellen. Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und daher war es auch kein Problem. Das restliche Essen wurde noch rausgestellt, falls die Kinder noch hunger hatten, die Stühle wurden aufeinandergestapelt und die Fundsachen fanden wieder ihre rechtmäßigen Besitzer. Nachdem alles aufgeräumt war, machten wir einen Stuhlkreis. Zuerst bedankten wir uns alle bei Bruno und Elisabeth, dass wir die Ranch benutzen durften und bekamen einen Holzesel, auf dem alle Teilnehmer und Betreuer unterschrieben hatten und einen großen Blumenstrauß. Alle Bilder, die die Kinder im Laufe der Woche für den Malwettbewerb gemalt hatten, waren bewertet worden und jeder bekam einen Preis für sein Bild. Die beiden ersten Plätze gingen an Rike und Nele. Dann wurden noch die Plätze für die großen Plakat-Bilder und die Gedichte vergeben. Die Preise waren Eselkuscheltiere und Hufeisen oder Esel- Yoyos. Auf jeden Fall freuten sich die Kinder alle über ihre Geschenke und zeigten es gleich den anderen. Danach bekam jeder von Heiko noch ein Leckerliebeutel mit Leckers drin, geschenkt und vom JuVo noch ganz viele Traubenzuckerlutscher, die noch reichlich vorhanden waren und eine bunte Blockflöte. Anschließend machten wir noch eine Fragerunde, wie es den allen gefallen hat und dann durften alle nochmal zu den Eseln, um sich von ihnen zu verabschieden. Viele zeigten die Esel noch ihren Eltern und Geschwistern und teilweise wurden die Esel nochmal zu richtigen Fotomodels, da manche Eltern vor dem Camp ja auch noch nie wirklich mit Esel in Kontakt gekommen waren. Als um ca. 12 Uhr alle Kinder abgeholt wurden, konnte der JuVo noch die letzten Aufräumarbeiten leisten. Alle Sachen waren schon in das große Auto gepackt, sodass wir startklar waren. Der Kofferraum war lange nicht so voll wie bei der Ankunft, (obwohl wir diesmal zu siebt waren und nicht nur du dritt) denn vor allem Äpfel gingen bei den Teilnehmern runter wie nix. Nach einer Weile verabschiedeten wir uns dann von Bruno und Elisabeth und den letzten Betreuern, die noch da waren, und fuhren dann los. Außer ein paar Sachen zum Lesen oder den Erdbeergummibärchen(J) war sonst alles im Kofferraum, doch die Hälfte des Autos schlief sowieso bei der 4- stündigen fahrt und erholte sich ein wenig von der Woche.

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Das Eseljugendcamp war dank der vielen Helfer und Betreuer wieder sehr gelungen und wir freuen uns, dass Bruno und Elisabeth uns auch 2013 die Eselranch wieder für das Camp zu Verfügung stellen. Somit findet das nächste Eseljugendcamp vom 08. Bis zum 12. Mai 2013 statt.