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Interessengemeinschaft
für Esel - und Mulifreunde in Deutschland e.V.
Bericht vom 17: Esel- und Muli treffen in Gütersloh
Esel und Mulis –
entdecke die Gelassenheit

Ich glaube, noch nie war das Motto eines Eseltreffens so in aller Munde und zugleich auch zutreffend wie in diesem Jahr. Ich gebe es zu, auch ich musste die Gelassenheit erst entdecken. Im Vorfeld des Treffens gab es vieles, was mir Kopfzerbrechen bereitete. Viele Funktionsträger des Vereins, aber auch viele Helfer, deren Engagement von früheren Treffen bekannt war, sagten ihre Teilnahme aus verschiedenen, meistens auch gut nachvollziehbaren Gründen ab. Was würde das für ein Treffen werden? Würde organisatorisch alles gut gehen? Würden sich genügend Esel- und Mulifreunde einfinden, um das Treffen guten Gewissens als bundesweite Veranstaltung mit internationaler Beteiligung bezeichnen zu können? Noch am Dienstag vor dem Treffen rief mich ein Herr aus Solothurn in der Schweiz an und wollte wissen, wie viele Mulis kämen und ob sich die weite Anreise für ihn lohnen würde. Ich konnte ihm lediglich von zwei gemeldeten Tieren (Stand 01.08.05) berichten. Und dann natürlich die große Frage, wie wird das Wetter sein? Denn davon ist es abhängig wie viele Besucher kommen, und ob das Treffen, wie gewünscht, eine öffentliche Veranstaltung vor großem Publikum oder eine reine Insidergeschichte wird.

Nun, um es kurz zu machen, ich blieb gelassen, ließ die Dinge auf mich zukommen und hatte gut daran getan. Denn, soviel will ich jetzt schon verraten, es war ein gutes Treffen. Zwar musste der ein oder andere Klimmzug gemacht werden, aber dennoch verlief das Programm fast wie geplant. Insgesamt 68 Tiere waren zu den Wettbewerben gemeldet worden, und alles in allem dürften sich an die 100 Langohren auf dem Platz befunden haben, darunter auch 7 Mulis, wenn ich mich nicht verzählt habe. Nur das Wetter zeigte sich nicht besonders einladend, konnte jedoch nicht verhindern, daß sich doch gerade am Sonntag genug Zuschauer einfanden, so daß die einzelnen Wettbewerbe und das Schauprogramm vor gut gefüllten Rängen stattfanden.

Aber gehen wir das Treffen der Reihe nach durch. Wolfgang, Katrin und Fici waren am Donnerstagnachmittag mit einem randvoll geladenen Pferdehänger (Infostand plus Inhalt, Schleifen und Pokale sowie der Zugschlitten) in Gütersloh eingetroffen. Ich stieß am frühen Abend dazu. Wir waren erstaunt, wie viele Esel- und Mulifreunde schon auf dem Platz waren. Erfreulich auch die große Anzahl der Eselfreunde der Stammtische Nord-Ost, Sachsen und Brandenburg, die tatkräftig den Stammtisch Ostwestfalen-Lippe (OWL) bei Auf- und Abbau unterstützten, sowie Tina Bresler, Inge Zimmermann und Judith Schmidt bei ihrer Arbeit am Infostand halfen. Der Donnerstagabend und der ganze Freitag verliefen mit weiteren Vorbereitungen (Aufbau und Einrichten des Infostandes, Bekleben der Stallplaketten etc.). Mittlerweile war auch Bernd Schmutz eingetroffen und war mit seinen beiden Helfern Anna Blume und Axel Fuhrmann daran gegangen die Meldestelle einzurichten, die er bis Sonntagabend nur noch zum Schlafen und zum Frühstücken verließ. Ein erstes Problem stellte sich ihm sofort. Nur Frau Ringelstetter und Frau Baumann-Jost standen als Richter zur Verfügung, Herr Nass musste aus gesundheitlichen Gründen leider absagen und ein Ersatz war angeblich kurzfristig nicht zu bekommen. Folglich musste das Bewertungsprogramm im Computer geändert werden, da es auf drei Einzelnoten angelegt ist. Aber wir ermöglichen das Unmögliche sofort, nur Wunder dauern etwas länger.

Das auf dem Programm stehende Lagerfeuer ließ man, ob der bedrohlich über den Platz ziehenden Regenwolken, auch dieses Mal wieder ausfallen und traf sich lieber in kleinerer Runde unter schützenden Pavillons und Planen.

Am Samstag öffnete Bernd dann pünktlich seine Meldestelle. Wolfgang eröffnete gegen 10 Uhr gemeinsam mit Bürgermeisterin Maria Unger und dem Landtagsabgeordneten Jürgen Jensch das 17. Esel- und Mulitreffen.

Kurz darauf begannen die Richter mit der Zuchtwertschätzung. Unterstützt wurden sie dabei den ganzen Samstag von Annemarie Bank-Lauer, die auch dieses Jahr wieder dafür sorgte, daß dieser Programmpunkt reibungslos funktioniert, indem sie die einzelnen Bewertungsgruppen und Teilnehmer aufrief und den Kontakt mit dem „Rechenzentrum“ in der Meldestelle hielt.

Zeitgleich begann auch das Wiegen der Tiere, ebenfalls in alter Tradition von Conny Hamacher und Jürgen Vogg betreut. Als erstes Tier wurde Bruno Sticklings Eselin Meica unter Ausschluß der Öffentlichkeit gewogen, da sie der Schätzesel war, dessen Gewicht die Zuschauer und Besucher erraten sollten.

Bei der Zuchtbewertung begann man auch dieses Jahr wieder zuerst mit der Gruppe 5, den Wallachen, um den Richterinnen mit dieser recht großen Gruppe ein „Aufwärmen“ zu ermöglichen, schließlich hat eine eventuelle Fehlbeurteilung für diese Tiere keine Folgen. Es wurden 10 Tiere vorgestellt. Erster wurde Felix von Annegret Vorwald mit 102,5 Punkten (ZK I), gefolgt von Diabolo von Bernd Neumüller mit 98 Punkten (ZK II) und Alfred von Birgit Klocke mit 96,5 Punkten (ZK II). Alle anderen Tiere wurden als zuchtuntauglich (ZK III) eingestuft, da sie in mindestens einem Bewertungskriterium weniger als 6 Punkte erreicht hatten.

In der Bewertungsgruppe 1 (Großeselhengste) wurde ein Tier vorgestellt, daß nicht platziert wurde, da es zwar 93,5 Punkte erhielt, aber in drei Kriterien weniger als 6 Punkte erhielt und somit in die Zuchtklasse III kam.

Auch in der Gruppe 2 (Hengste jünger als 3 Jahre) wurde nur ein Tier vorgestellt, das mit 94,5 Punkten aus den obigen Gründen ebenfalls nur in die Zuchtklasse III kam.

Besser sah es da schon in der Gruppe 3 (Hengste 3 bis 5 Jahre) aus. Der einzige Teilnehmer Robby von Sarah Ebeling kam mit 103,5 Punkte in die Zuchtklasse I.

In der Gruppe 4 (Hengste älter als 5 Jahre) gab es zwei Teilnehmer. Ein erster Platz wurde nicht vergeben. Zweiter wurde Gustav von Christina Kessler mit 94,5 Punkten (ZK II). Der andere Esel kam in die Zuchtklasse III.

Bei den Großeselstuten (Gruppe 6) gab es vier Teilnehmer. Sieger wurde Lola von Sophia Bardenhagen mit 103,5 Punkten (ZK I). Die restlichen Stuten kamen wegen 4er und 5er Wertungen nur in Zuchtklasse III.

Bei den Stuten jünger als 3 Jahre (Gruppe 7) gab es ebenfalls vier teilnehmende Tiere. Sieger wurde Evi von Heike Wulke mit 103,5 Punkten (ZK I). Den zweiten Platz belegte Jonka von Cordula Schaten mit 100,5 Punkten (ZK I), gefolgt von Sunshine von Heike Wulke mit 97,5 Punkten (ZK II). Das vierte Tier kam in die Zuchtklasse III.

In der Gruppe 8 (Stuten 3 bis 5 Jahre) wurden zwei Tiere vorgestellt. Ein erster Platz wurde nicht vergeben. Zweiter wurde Nelly mit 99,5 Punkten (ZK II), gefolgt von Lucy mit 98,5 Punkten (ZK II), beide von Wolfgang Bartels.

Die Gruppe 9 (Stuten älter als 5 Jahre) war mit 13 Tieren, wovon alleine sieben in die Zuchtklasse I kamen, die größte Bewertungsgruppe. Sieger wurde Lisa von Laura K. Meier mit 105 Punkten, gefolgt von Karla von Annegret Vorwald und Mac Betsy Ross von Nicole Huibers mit je 102,5 Punkten. Von den anderen Tieren kamen vier in die Zuchtklasse II, der Rest war ZK III.

In der Gruppe 10 (Maultiere und Maulesel) präsentierten sich drei Tiere. Mulina von Susanne Klindworth erhielt mit 111 Punkten (ZK I) die höchste Bewertung dieses Treffens. Zweiter wurde Rafaela von Holger Suel mit 107,5 Punkten (ZK I), gefolgt von Charlie von Joachim Hoppe mit 97,5 Punkten (ZK II).

Was auffiel war, daß von 41 vorgestellten Tieren 16 als zuchtuntauglich bewertet wurden, wobei das schlechteste Tier immerhin noch 84 Punkte erhielt. Wenn ich es richtig mitbekam, wurde ein Tier z. B. abgewertet, weil es durch eine Verletzung ein verkrüppeltes Ohr hat, was eigentlich eher ein ästhetisches denn ein züchterisches Problem ist.

Nach der Mittagspause begann der vom Jugendvorstand (Katrin und Fici) gebaute und betreute Hindernisparcours an dem 54 Starter teilnahmen, wovon die Hälfte für den Jugendcup gewertet wurde. Den Hindernisparcours gewann Judith Schmidt mit Samuel mit 99 Punkten (die beiden hatten mit 2:12 Min. auch die schnellste Zeit der gesamten Prüfung). Es folgten Sarah Ebeling mit Robby (98 Punkte) und Inge Zimmermann mit Josefine (97 Punkte). Den Jugendcup entschied Johanna Vorwald mit Karla (95 Punkte in 3:02 Min.) für sich, gefolgt von Lisa Jan mit Mira (91 Punkte) und Neele Wilkens mit Franci 2 (90 Punkte).

Der Zugleistungswettbewerb wurde aus mir leider nicht bekannten Gründen auf Sonntag 11 Uhr verschoben.

Am Nachmittag stand Ulrich Homburg (Ausbilder bei der BESW-Hufakademie) mit Rat und Tat den Eselfreunden und ihren Tieren zu Diensten.

Auf dem Zeltplatz hatte Theo Rüspeler, der „Hufschuhdoktor“, seinen Stand aufgebaut, bereit Hufe ab einer Breite von 5,5 cm zu „beschuhen“.

Auch der Seiler war wieder da und demonstrierte sein Handwerk. Sein Sortiment hatte er mittlerweile fast perfekt den Bedürfnissen der Eselfreunde angepasst. Neben verschiedenen Spielzeugen (Strickleitern, Schaukeln und Springseilen) bot er auch einiges an Seilerwaren, sowohl aus „historischen“ wie aus modernen Materialien, feil, die bei Hund oder Esel (Führstricke, Longen, Zugstränge etc.) zum Einsatz kommen.

Nach Ende der Zuchtbewertung und einer kleinen Pause führte Frau Baumann-Jost einen Workshop zum Thema „Fahren“ durch, wobei ihr Hauptaugenmerk auf der Beurteilung der jeweils vorgeführten Geschirre lag.

Seinen Abschluß fand der Samstag dann im Festzelt. Klaus Sievers hatte versucht, den unterschiedlichen Wünschen Rechnung zu tragen, und ein Abendprogramm im neuen Gewand zusammengestellt. Eröffnet wurde der Abend durch einen kleinen Film über ein Projekt in Eritrea, das Andrea Zelle kurz vorstellte. Auf Initiative einer jungen Frau aus Berlin bekommen dort junge Witwen einen Esel aus Spendengeldern gekauft, um ihnen den Aufbau einer unabhängigen Existenz zu ermöglichen.

Dann erheiterte Otto Thonhofer die Eselfreunde mit einer Geschichte aus Irland, die hervorragend zum Thema „Gelassenheit“ paßte. Im Leben gäbe es immer zwei Möglichkeiten, was passieren kann. Entweder eine Sache wendet sich zum Guten oder zum Schlechten. Aber auch wenn Letzteres eintritt, gibt es wieder zwei Möglichkeiten, was sich bis zum Tod fortsetzt. Man hat dann nämlich wieder zwei Möglichkeiten, entweder man kommt in den Himmel (dann ist es gut) oder man kommt in die Hölle ( und dort muß man dann so viele Freunde begrüßen, daß man gar nicht zum Nachdenken über seine Situation kommt).

Anschließend führten Mitglieder des Stammtisches OWL ein pantomimisches Drama in fünf Akten auf, das die existentielle Abhängigkeit eines Müllers von seinem Esel auf tragikomische Weise veranschaulichte.

Als nächstes präsentierte sich der Stammtisch Nord-Ost mit einem launigen Gedicht.

Der Stammtisch OWL ehrte den Veranstalter mit seiner Ballade auf Bruno.

Dann kam die Stammtischjugend zum Einsatz. Mit zwei Tänzen, die Friederike Sievers mit ihnen einstudiert hatte, eröffneten und beendeten sie eine einstündige „Ruhepause“, die allen die Möglichkeit geben sollte, sich ohne Disco und Party zu unterhalten. Dies wurde von vielen sehr positiv aufgenommen.

Dann war es für Herbert an der Zeit für Stimmung zu sorgen. Herbert, der rollende Plattenteller oder auch Herr der 1000 Platten, war zum dritten Mal engagiert worden, die Eselfreunde zu unterhalten. Zwar traute sich anfangs kaum jemand auf die Tanzfläche, aber ihm gelang es, das Eis zu brechen, und die Party ging bis lange nach Mitternacht.


Das Wetter am Sonntag zeigte sich von einer besseren Seite als am Samstag. Zwar blieb der Himmel den ganzen Tag verhangen, aber es regnete nicht.

Kurz vor 10 Uhr lud dann Otto Thonhofer gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen zu einem ökumenischen Feldgottesdienst mit dem Thema: „Manchmal kann ein Esel oder Muli auch ein Engel sein.“ Nach der Predigt über die alttestamentarische Geschichte von Bileam und seinen Esel berichteten mehrere Esel- und Mulifreunde über ihre „engelhaften“ Erfahrungen mit ihren Tieren, sei es als Retter der Gänse vor einem Marder, als seelischer Beistand eines im Moor feststeckenden Pferdes oder einfach die erste Begegnung mit einem als aggressiv geltendem Maultier. Bei der anschließenden Segnung der Tiere und ihrer Halter fand Otto Thonhofer für jeden die passenden Worte. Nachdem Katrin und Wolfgang dann noch alle Tiere mit Schleifen versehen hatten, fand ein Umzug aller Teilnehmer um das Gelände statt, bei dem sich viele Tiere und ihre Besitzer geschmückt oder in einem thematischen Zusammenhang gewandet zeigten.

Nun hieß es die noch ausstehenden Wettbewerbe über die Bühne zu bringen, was natürlich den ein oder anderen Teilnehmer ins Schwitzen brachte, da Zugleistung, Fahren und Reiten jetzt parallel stattfanden. Dies mag auch die Erklärung sein, warum bei einigen Wettbewerben nur ein oder zwei Starter teilnahmen.

Die Zugleistungsprüfung (4 Wertungen) gewann Franci 2 von Christine Rebentisch mit 100 Punkten in 1:25 Minuten, dicht gefolgt von Mira von der Lohelandstiftung mit ebenfalls voller Punktzahl, aber eine Sekunde langsamer. Dritter wurde Lucy von Wolfgang Bartels mit 95 Punkten in 1:30 Minuten.

Das Fahrturnier der Einspänner gewann souverän Boromir von Peter Steding mit 97 Punkten in 2:49 Minuten. Zweiter wurde Krümel von Sonja Matthaei mit 74 Punkten in 4:00 Minuten.

Bei den Zweispännern siegte Hans Erik Larsen mit 93 Punkten in 2:30 Minuten. Die Plätze 2 und 3 belegten Sarah Ebeling mit 92 Punkten in 3:00 Minuten und die Loheland Stiftung mit ebenfalls 92 Punkten, aber einer Zeit von 4:18 Minuten.

Bei den Dreispännern ging niemand an den Start.

Den Reitwettbewerb der Mulis gewann Claudia Sievers auf Jule (57 Punkte) knapp vor Joachim Hoppe auf Charlie (56 Punkte).

Das Reiten der Esel gewann Friederike Sievers auf Gina (50 Punkte) vor Johanna Zelle (41 Punkte) und Birte Solinski (30 Punkte), beide auf Jennet.

In der Führzügelklasse gab es 10 Teilnehmer. Erster wurde Mira von der Loheland Stiftung mit 47 Punkten. Den zweiten Platz teilten sich Jennet von Andrea Zelle und nochmals Mira von der Loheland Stiftung mit jeweils 46 Punkten.

Im Führparcours starteten neun Teilnehmer. Den ersten Platz teilten sich Judith Schmidt mit Masl-Tow und Inge Zimmermann mit Josefine (jeweils 53 Punkte). Auf Platz 3 kam nochmals Judith Schmidt mit Samuel (52 Punkte).

Nachdem nun alle Wettbewerbe abgeschlossen waren, folgte mit einstündiger Verspätung der Höhepunkt des Treffens, das Schauprogramm. Da Ute Thomas verhindert war (es hatten sich auch nur 2 Leute bei ihr gemeldet), und sich sonst niemand verantwortlich fühlte, oblag es nun mir, ein einigermaßen interessantes und kurzweiliges Programm auf die Beine zu stellen. Gemeinsam mit Martina Belzer (die auch das restliche Treffen wieder vortrefflich und für alle zuschauenden Laien informativ und verständlich moderierte) und Helga Kuckuck (deren Mann übrigens für Photos vom Treffen zuständig war) führte ich durch die knapp anderthalbstündige Schau.

Zur Eröffnung präsentierte Klaus Sievers den Stammtisch OWL, allen voran natürlich Elisabeth und Bruno Stickling, die Keimzelle dieser überaus rührigen Regionalgruppe.

Als nächstes zeigten deren Enkel Kai und Kathleen, daß zwar der letzte Cowboy aus Gütersloh kommt, aber nicht der letzte Esel. (Sie durften zum Schluß noch mal auftreten, da Onkel Christian Probleme mit der Musik hatte, und die Nummer natürlich vor allem von dem Lied von Thommie Bayer lebt.)

Anschließend wurde noch mal Schätzesel Meica in den Ring geführt. Sowohl Christiane Kessler aus Solingen als auch Alfred Steffen aus Berlin lagen mit ihren 187 kg genau richtig. Leider waren beide nicht mehr anwesend.

Eine besondere Freude bereitete Wolfgang Bartels dem Veranstalter. Er kam mit einem Stutenzweispänner in den Ring, begleitet von einem der letzten Fohlen von Brunos Hengst Siggi.

Inge Zimmermann und Tina Bresler präsentierten die fast zirkusreife Gelassenheit ihrer Josefine. Ob Blechdosengeklapper oder Pistolenschüsse, nichts konnte den Esel in seiner Ruhe erschüttern. Parallel dazu führte Diana König mit Karla einige Reitkunststücke vor.

Zwei kleine Schaubilder zeigten die historische Seite unserer Esel. Familie Neumüller stellte mit ihren beiden Eseln eine keltische Händlerfamilie dar, die vor über 2000 Jahren für den Warenaustausch zwischen Mittelmeer und Mitteleuropa sorgten. Den Esel im Mittelalter präsentierte Beate Schönau mit ihrer Enkelin Elea und der Eselin Mona. Das was in den letzten hundert Jahren der Verbrennungsmotor leistete, wie er sich etwa in den historischen Traktoren am Eingang des Geländes zeigte, wurde über viele Jahrhunderte hinweg von Eseln gemacht, die auch für den kleinen Mann erschwinglich waren.

Auch eine historische Seite hatte die Anspannungsart in der Sarah Ebeling auf den Platz fuhr. Die Quadriga, bei der vier Tiere nebeneinander angespannt werden, ist auch auf den Bildern mit antiken Streit- und Rennwagen zu sehen.

Ein etwas anderes Voltigieren führte uns Elke Tetzlaff mit Kinder der Rudolf-Steiner-Schule Loheland vor. Auf einem Esel reitend führte sie den Voltigieresel als Handtier mit.

Die Vielfalt der Equiden zeigte das nächste Schaubild. Um den Laien die Unterschiede zwischen Pferd, Esel und Muli zu verdeutlichen, präsentierte Margit Großerohde das Shetland-Pony Rocky, den Zwergesel Lisa und das Shettymuli Rosko. Die drei Tiere ließen sich besonders gut vergleichen, da sie die gleiche Größe hatten. Welche Variationsbreite nach oben und unten besteht, wurde an dem Großmuli von Holger Suel, dem Großesel von Sophia Bardenhagen und dem Miniesel von Familie Huibers verdeutlicht.

Damit wurde auch gleich zur Begrüßung der ausländischen Gäste übergeleitet. Familie Huibers aus den Niederlanden, Familie Schmidt aus Belgien, Silke Stolz und Michael Pfeilmaier (die Macher des Eselweltforums) aus Österreich und Hans Erik Larsen aus Dänemark sind fast von keinem Treffen mehr wegzudenken.

Hans Erik Larsen präsentierte sich auch sogleich mit einer schwierigen Anspannungsart, dem Tandem, bei dem zwei Tiere hintereinander eingespannt werden. Diese Anspannung stellt hohe Anforderungen an Mensch und Tier.

Was aus einer Ferienlaune entstehen kann, zeigte die zwölfjährige Nadine Klocke. Sicher und souverän führte sie ihre beiden Esel im Schritt um den Platz. Wenn sie jetzt meinen, daß das doch nichts besonderes ist, dann machen sie das mal mit je einem Fuß auf einem Esel stehend nach. Eine ungarische Post, die noch ausgebaut werden kann. Ich würde mich freuen, davon in den nächsten Jahren mehr zu sehen.

Ein kleiner Ausflug in eine andere Welt war die Vorführung von Sabine und Thomas Martini aus dem hessischen Lautertal. Sie präsentierten ihre „working goats“ – Arbeitsziegen, hier unterm Packsattel, die aber auch Karren und Kutschen ziehen können.

Beim nächsten Programmpunkt führte der Stammtisch Nord-Ost den Arbeitsesel Pomm vor. Nachdem Pomm die Vorführwiese mit einer Schleppe aus drei Autoreifen geebnet hatte, zeigte sie noch zum Abschluß, daß man mit Eseln auch Holz rücken kann.

Der Höhepunkt des Schauprogramms war der „Zirkus Schmidt“. Judith und Gregor Schmidt zeigten mit ihren Eseln Masl-Tow und Samuel eine ganze Reihe von Kunststücken (Teppich aufrollen, durch einen Hulahopp-Reifen springen und einige mehr), deren Qualität sich auch daran zeigte, daß sie zwanglos und ohne Leckerlis vorgeführt wurden. Absolutes Highlight war, als Masl-Tow mit verbundenen Augen von Judith durch einen Slalom geführt wurde und anschließend – immer noch blind – auf das Podest stieg.

Zum Abschluß führte Wolfgang gemeinsam mit Iris Korte die noch ausstehenden Siegerehrungen durch. Da jetzt alle Wettbewerbe ausgewertet waren, konnten auch die Gesamtsieger verkündet werden.

Bester Hengst des Treffens wurde Robby von Sarah Ebeling mit insgesamt 113,3 Punkten.

Beste Stute des Treffens wurde Mac Betsy Ross von Nicole Huibers mit insgesamt 120,6 Punkten.

Bestes Tier des Treffens mit einer Gesamtpunktzahl von 120,9 Punkten wurde der Wallach Felix von Annegret Vorwald.

Wolfgang und ich dankten allen Teilnehmern, Helfern und Zuschauern und wünschten Ihnen einen guten Nachhauseweg. Das 17. Esel- und Mulitreffen war vorbei.

Schlußbetrachtungen: Entgegen meinen Befürchtungen war das Treffen eine gut besuchte Veranstaltung, sowohl von der Teilnehmer- als auch von der Besucherseite, und kann alles in allem als gelungen bezeichnet werden. Jedoch gab es einige organisatorische Mängel, die bei einzelnen für Unmut sorgten, was nicht unbedingt sein müsste.

Die Medien waren natürlich auch anwesend. Die drei regionalen Zeitschriften berichteten in ihren Montagsausgaben umfangreich und positiv über das Treffen. Auch drei Fernsehteams waren da. Der WDR drehte samstags für die Lokalnachrichten. RTL drehte den ganzen Samstag, zeigte den Beitrag aber nicht wie angekündigt am Montagabend. Während des ganzen Treffens war ein Team von der ZDF-Kindersendung „WOMBATS“ präsent und begleitete kameradschaftlich und unaufdringlich Friederike Sievers. Leider stand der Sendetermin am Sonntagabend noch nicht fest, er wird aber per E-Mail nachgereicht werden.

Besondere Erwähnung verdient auch das Engagement der Familien Stickling und Nolding, ohne die dieses Treffen nicht möglich gewesen wäre.

Ich hoffe, daß ich in meinem Bericht nichts vergessen habe. Falls doch, so geschah das nicht unbedingt mit Absicht, den schließlich bin ich auch nur ein Mensch und kann nicht überall sein.


Uwe Metz