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Die Wolken hängen tief, dunkle Gestalten drängen sich um das Lagerfeuer, es ist erstaunlich still. Auch die Entdecker ferner Länder und ihre Tiere waren wohl zuerst einmal vorsichtig, wenn sie in unbekannter Landschaft die erste Nacht verbrachten.
Euphorie, Freude und Entdeckerstolz kam dann erst in den nächsten Tagen, Monaten und Jahren auf, wenn die Pioniere das Land erreicht hatten, wo Milch und Honig floss.
Und so ging es auch den Esel- und Maultierfreunden:
Was die Familien Stickling und Nolding mit Unterstützung von 70 Helfern aus Familie, Nachbarn und Freundeskreis unter der Organisation von Bruno Stickling in Niehorst bei Gütersloh auf den Beine gestellt hatten war einfach grandios!
Es gab nicht nur Hengstboxen in Hülle und Fülle, sonderen auch noch jede Menge Boxen für die Stuten und Wallache. Viele sogar mit Dach. Aber nicht nur die Tiere waren exzellent untergebracht, auch das Jugendzelt besaß einen Holzboden, Beleuchtung und eine richtige Tür. Ein großes Zelt wartete auf die Besucher und die Versorgung für Mensch und Tier war in ihrer Fülle, Auswahl und Qualität fast schon wieder ein Anschlag auf die Gesundheit von Mensch und Tier. Ein Käsestand aus der französischen Auvergne mit einem Angebot vom feinsten, ein Stand mit frischen Fischbrötchen, ein Jahrmarktstand mit Wurst und Pommes, frische Gewürzgurken vom Fass, Super Softeis in Massen und Unmengen von den schon beim Stammtisch Ost berühmten selbstgebackenem Kuchen ( hierzu bitte Otmar befragen, ich glaube er hat alle probiert!). So waren am Samstag Abend alle Kuchen weg und es mußten in der Nacht zu Sonntag wieder neue gebacken werden. Diese Arbeit hat das Umfeld kostenlos erledigt, manche dieser Besucher brachten bis zu 5 Kuchen mit. Dazu kam das riesige Gelände (Wolfgang Dickgießer fand es noch größer als Forst), das allen Campern reichlich Platz bot und jedem Tier eine Wiesenfläche zur Verfügung stellen konnte. Auf geheimnisvolle Weise gelang es den Sticklings, die noch am Samstag morgen drohenden Regenwolken zu vertreiben und am Sonntag kam dann immer öfter die Sonne hervor.
Am Samstag um 9 Uhr ging es mit der Öffnung der Meldestelle los. Bernd Schmutz und Wolfgang Lieb hatten alle Hände voll zu tun. Mit PC und Drucker hielten jetzt auch bei uns endgültig die neuen Techniken ihren Einzug. Die Schlange wurde länger und länger. Doch das technische Problem im Drucker wurde elegant und unauffällig von Christian Stickling gelöst. Nun konnte nach den Begrüßungsansprachen mit der Bewertung der Tiere begonnen werden. Ununterbrochen spuckte die Meldestelle Samstag und Sonntag ihre Daten fein säuberlich gedruckt für jedes Mitglied aus.
Die Bewertung der Esel und Maultiere
Mit den beiden Mulis wurden 74 Tiere vorgestellt.
Zum ersten Mal wurde nach einem anderen Verfahren gerichtet:
Jeder der vier Richter soll jedes Tier eigenverantwortlich ohne Diskussion mit seinen Kollegen in 13 unterschiedlichen Punkten bewerten. Danach wird aus der Summe der vier Zahlen pro Punkt der Durchschnitt errechnet. Das sieht z.B. für den Punkt Fesselung so aus:
Richter A: 5 Punkte (Fessel ist nicht in Ordnung, Defekt wird vererbt, Tier ist zuchtuntauglich.)
Richter B: 5 Punkte
Richter C: 7 Punkte
Richter D: 7 Punkte (Richter C und D haben den Defekt nicht gesehen)
Die Summe der Punkte durch 4 geteilt ergibt 6 Punkte und damit ist das Tier plötzlich zuchttauglich. Da die Richter nicht miteinander reden sollen, können sie die Kollegen auch nicht auf den Gelenkdefekt hinweisen. Hier hat sich eine Schwachstelle im System gezeigt, die beseitigt werden muß.
Der Vorteil dieses Systems liegt in der Schnelligkeit. Die Bewertungen lassen sich flotter durchführen und das zum Teil quälende Warten der Teilnehmer wird verkürzt.
Die Tiere wurden in 10 Bewertungsgruppen eingeteilt. Richter waren Frau Rompelmann und Frau v. Babel aus Holland und Frau Kienzle und Herr Wahl vom Rheinisch-Westfälischen Pferdestammbuch.
Gruppe 1 (Großeselhengste)
1 Teilnehmer
2. Platz: Rudi (97 Pkt.) Martin Weissenberg
Gruppe 2 (Hengste jünger als 3 Jahre)
8 Teilnehmer
1. Platz: Fjosok (100,25 Pkt.)
2. Platz: Max (99 Pkt.) beide Tiere von Beate Schönau und Volker Zellmann
3. Platz: Janosch (98,75) von Claudia Dombaj
Gruppe 3 (Hengste 3 bis 5 Jahre)
5 Teilnehmer
1. Platz: Siggi (103,5 Pkt.) Bruno Stickling
2. Platz: Michel (99,5 Pkt.) Monika Siegel
3. Platz: Achmed (95,25 Pkt.) Ihmelt Saathoff
Gruppe 4 (Hengste älter als 5 Jahre)
2 Teilnehmer
2. Platz: Emil (95,75 Pkt.) Marion Retterath
Keinen 1. und 3. Platz mangels genügender Punkte
Gruppe 5 (Wallache) 10 Teilnehmer 1. Platz: Benjamin (97,75 Pkt.) Olaf und Dagmar Karle 2. Platz: Richard (95.5 Pkt.) Monika Siegel 3. Platz: Benjamin (95.5 Pkt.) Sarah Hollmann
Gruppe 6 (Großesel-Stuten) 8 Teilnehmer 1. Platz: Christina (100 Pkt.) Beate Marienfeld 2. Platz: Frekja (99,75 Pkt.) Sylvia Morgenstern 3. Platz: Evita (99,5 Pkt.) Gunia Korte
Gruppe 7 (Stuten jünger als 3 Jahre)
14 Teilnehmer
1. Platz: Candela Oro (100 Pkt.) Bianka Lümkemann
2. Platz: Hexe (98,75 Pkt.) Petra Fähnrich
3. Platz: Country Musiks (98,5) Nicole Huibers
Gruppe 8 (Stuten 3 bis 5 Jahre)
6 Teilnehmer
1. Platz: Romy va. Enod (103 Pkt.) Vera Kox
2. Platz: Remy va. Enod (101,75 Pkt.) Vera Kox
3. Platz: Fanny (98,75 Pkt.) Petra Fähnrich
Gruppe 9 (Stuten älter als 5 Jahre)
18 Teilnehmer
1. Platz: Nendy va. Enod. (99,5 Pkt.) Vera Kox
2. Platz: Moni (96,25 Pkt.) Sarah Hollmann
3. Platz: Kathy (95,75 Pkt.) Barbara Zschau
Gruppe 10 (Maultier)
2 Teilnehmer
1. Platz: Nico (104,25 Pkt.)
2. Platz: Muli (97,25 Pkt.) beide Volker Thielemann.
Ausführliche Bewertungsdaten erscheinen in der nächsten Eselpost.
Die Nutzungsbewertung
Zur Zuchtbewertung konnte sich jedes Tier bis zu 10 Bonus-Punkte in jeder Nutzungskategorie (Hindernisparcours, Fahren, Reiten und Zugleistung) hinzuholen, um bestes Tier der Schau zu werden. Das endgültige Ergebnis wurde so erst am Sonntag-Nachmittag bekannt.
Der Hindernisparcours
fand parallel zur Bewertung statt. Wie jedes Jahr hatte der Jugendvorstand diesen wieder super aufgebaut und betreut. Jugendliche und Erwachsene wurden getrennt bewertet. 43 Teilnehmer Gruppe 1 (Jugendliche)
1. Platz: Krümel, Sonja Matthaei
2. Platz: Lici, Bruno Stickling
3. Platz: Brauni, Bruno Stickling
Gruppe 2 (Erwachsene)
1. Platz: Rosa v. Meten, Nicole Huibers
2. Platz: Benjamin, Familie Karle
3. Platz: Mäuschen, Anne Appelhoff Der Zugwettbewerb
wurde von Günther Brandt betreut
10 Teilnehmer
1. Platz: Casay, Herrn Larsen aus Dänemark
2. Platz: Elnik, Ute Thomas
3. Platz: Emil, Marion Retterrath
Damit war der Samstag von allen Teilnehmern heil überstanden und man (oder frau) konnten sich dem gemütlichen Teil widmen oder still und heimlich das Gelände verlassen.
Leider gibt es noch immer eine Reihe von Mitgliedern, die die von ihren Vereinskollegen liebevoll organisierte und betreute Veranstaltung als reinen Service zur Zuchtbewertung ihrer Tiere betrachten und nach Vorstellung der Tiere sofort den Ort des Geschehens verlassen. Oft ist nicht einmal die Zeit für ein paar gemütlich Worte.
Daran konnte auch das neue Bewertungssystem nichts ändern. Im Festzelt gab es noch Life-Musik und viel Fachgespräche bis die Kälte auch den letzten ins Zelt, den Wohnwagen oder das Hotel vertrieb.
Am Sonntag um 10 Uhr trafen sich dann alle Menschen und Tiere zur Eselsegnung
Auf dem großen Platz hinter dem Festzelt waren drei Holzkreuze aufgestellt.
Pfarrer Thonhofer und Pfarrer Martin Heinke aus Nohra bei Weimar hielten gemeinsam den ökomenischen Gottesdienst ab. Alle Menschen und Tiere hatten sich um den Platz aufgestellt, um den Worten und dem wirklich ergreifenden Gesang von Anna Heinke zu lauschen. Zwischen den einzelnen Abschnitten durfte auch die Gemeinde singen, was auch einige Esel freudig begrüßten.
Sehr schön war, dass der Gottesdienst in drei Stationen aufgeteilt war und sich jedesmal alle Zuhörer als Herde Gottes in Bewegung setzte zum nächsten Holzkreuz. Dem sonst in der Kirche so beliebten ÒeinnickenÒ während der Predigt wurde damit vorgebeugt.
Nach der Segnung aller Tiere ging es unter Führung des Spielmannzugs "Blau/Weiß Aven Wedde" einmal rund um das Gelände der Familie Stickling. Mittlerweile waren beachtliche Besuchermassen eingetroffen. Fast kein Esel war mehr zu erkennen. Die Besetzung des Infostandes unter Regie von Petra Maurer hatte alle Hände voll zu tun.
Ebenso Josefine Jaroch mit ihren Helfern in der Esel-Boutique.
Eigentlich war die einstündige Mittagspause viel zu kurz. Eine Attraktion jagte die andere mit absolut professionellem Tempo.
Fahren und Reiten fand zur gleichen Zeit statt.
Der Fahrwettbewerb
bot alles, was einem armen Eselfahrer so alles in der großen weiten Welt passieren kann. Wassergläser mußten mit den Leinen in der Hand transportiert werden, gefährliche Flüsse wurden (meist) durchfahren, Bretter über-, um-, und entlanggefahren. Wilde Flatterbänder und ungemütlich eckig gelegte Stangen durchquert um am Ende mit dem Applaus einer beängstigend angewachsenen Menschenmenge belohnt zu werden.
11 Teilnehmer (Teilweise ein- und zweispännig gefahren)
Sieger des Fahrwettbewerbs waren:
Einspänner
1. Platz: Benjamin mit Sarah Hollmann
2. Platz: Lisa mit Laura Meier
3. Platz: Paulchen mit Anne Appelhoff
Zweispänner 1. Platz: Benjamin und Karlchen mit Laura Meier 2. Platz: Benjamin und Karlchen mit Sarah Hollmann 3. Platz: Elnick und Flicka mit Ute Thomas
Der Reitwettbewerb
fand gegenüber dem Fahrwettbewerb statt, so dass alle Zuschauer immer ordentlich in Bewegung gehalten wurden. War frau (oder man) gerade in die Gänge eines Reitesels vertieft erklang bestimmt von gegenüber Begeisterungsgebrüll der Zuschauer und wieder war ein Teil der Darbietungen verpasst.
Die Reiter mußten auf einem abgesteckten Viereck ihr Tier im Stangenviereck aufstellen, es in Ruhe besteigen, korrekt in Schritt und Trab um und in die Ecken reiten, Tempowechsel zeigen, ihr Tier anhalten, rückwärtsrichten und wieder losreiten.
Die Darbietungen haben bis auf eine Ausnahme, gegenüber dem letzten Jahr noch an Qualität gewonnen. Sehr schön war auch, dass kein Reiter zu schwer für sein Tier war und die meisten Tiere ein gutes Exterieur fürs Reiten mitbrachten.
Diesen Standard sollten wir auch für das Reiten von Eseln und Maultieren z.B. im Umzug erreichen. Hier saß eine Reiterin auf ihrem noch jungen, für sie viel zu kleinen und durch ihr Gewicht stark durchhängenden Esel. Haben wir damit ein Bewußtsein geschaffen und an Beispielen gezeigt wie man welche Esel guten Gewissens reiten kann, verschwinden viele Unsicherheiten über die Reitbarkeit von Eseln von alleine. 8 Teilnehmer
Sieger des Reitwettbewerbs waren:
1. Platz: Rosine mit Beate Marienfeld
2. Platz: Krümel mit Sonja Matthaeis Tochter
3. Platz: Mauli mit Gudrun Jorek
Ein anderes Problem hatten Besucher unseres Treffens mit ihren Kindern. Diese wollten natürlich alle Esel reiten (wobei sie mit dem sanft getragen werden vollauf zufrieden waren). Da dies nicht im Angebot war, veranstalteten unsere holländischen Mitglieder kurzerhand ein vergnügliches Kinderreiten mit ihren Eseln. Unermütlich führten sie die Esel mit den kleinen Besuchern im Kreis.
So ging der Tag mit dem Schauprogramm zu Ende. Luftballonkinder mit bunten Bändern, gerittene Großeselgruppen, Mauli, das Düsenmaultier fuhr mit seiner Besitzerin in atemberaubendem Tempo und Familie Karle war mit den bepackten Eseln auf Wanderschaft während zwei Mönche und ein Esel im Namen der Rose schon wieder in den Nebeln der Vergangenheit verschwunden waren.
Beste Tiere
Bester Hengst wurde Fjosok von Beate Schönau und Volker Zellmann (Er hat noch am Hindernisparcours teilgenommen).
Beste Stute und bestes Tier der Schau wurde Christina von Beate Marienfeld. Die Stute hatte am Hindernisparcours und an der Reitprüfung teilgenommen).
Ältester Esel wurde der Wallach Peter von Bruno Stickling.
Insgesamt haben 147 Mitglieder das Treffen besucht. 54 Mitglieder kamen mit 129 Eseln, 3 Mulis und einem Pferd. Diese Zahlen verdanken wir Elfriede Märtin, die jedem Mitglied eine Stallplakette verehrte und so trickreich zu diesen Infos kam.
Die Zahl der Besucher wurde auf ingesamt 6000 bis 9000 geschätzt. Ein rundherum gelungenes Treffen von Eseln, Maultieren, ihren Leuten und ihren Bewunderern.
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